Google I/O 2017: von O`s, Go`s und künstlichen Intelligenzen


© Screenshots: opwoco GmbH

Auch dieses Jahr läd Google wieder in das Amphitheater im sonnigen Mountain View, Kalifornien. Auf der Google I/O 2017 werden die Neuerungen und Trends rund um Googles Produktpalette vorgestellt. Den Auftakt bildete am Mittwochabend, angeführt von Google CEO Sundar Pichai, die Opening Keynote. Wir von opwoco haben uns dies natürlich nicht entgehen lassen, und möchten euch im folgenden Artikel die wesentlichen Neuerungen vorstellen.

Zwei Milliarden Nutzer monatlich

 

Wie auch die letzten Jahre beginnt die Keynote mit einer kleinen Einsicht in den aktuellen Stand Googles am weltweiten Markt.
Besonders beeindruckend ist hierbei, dass Android nach Aussage von CEO Sundar Pichai auf über zwei Milliarden aktive Nutzer pro Monat kommt. Dies läge neben der Tatsache, dass Android das am meisten genutzte Betriebssystem für Smartphones und Tablets ist, auch daran, dass Android immer mehr auf Geräten wie Smartwatches, Fernsehern, in Autos und Assistance-Systemen zum Einsatz kommt.
Es wird aber auch deutlich gemacht, dass dies keineswegs ein Meilenstein ist, auf dem man sich ausruhen möchte. Google scheint schon jetzt fleißig daran zu arbeiten, möglichst bald die dritte Milliarde aktiver Nutzer zu knacken.
Und genau dieses Ziel scheint sich als roter Faden durch die weitere Keynote zu ziehen. Neben der stärkeren Einbindung der bestehenden Nutzer, sollen Android und dessen Produkte auch solchen Nutzern zugänglich sein, die hierzu momentan nicht in der Lage sind. So wird vermehrt darauf hingewiesen, dass viele der neuen Dienste auch für iOS veröffentlicht werden.

Machine Learning

 

Wie angekündigt scheint sich bei Google nun alles um die künstliche Intelligenz zu drehen, Machine Learning ist hier das Zauberwort. Intelligente Systeme sollen durch die eigenständige Verarbeitung und Auswertung von Daten den Menschen noch stärker unterstützen.Als Einsatzbereich werden Anwendungsbeispiele aus den Bereichen Forschung, genauer die Diagnostik in der Medizin, präsentiert. Müssen normalerweise bei einer Mammographie mehrere Einzelaufnahmen in zeitraubender Weise händisch ausgewertet werden, kann schon jetzt ein entsprechendes neuronales System mit diesen Bildern gefüttert werden, um in einem Bruchteil der Zeit eine Prognose für einen möglichen Brustkrebsbefund zu erstellen. Auch im Bereich der Logistik können intelligente Systeme helfen, zeitintensive Prozesse deutlich zu vereinfachen. Um solche Technologien voranzutreiben und auch anderen zugänglich zu machen, will Google solche Netzwerke unter google.ai bündeln und zur Nutzung freigeben.

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Der Hauptaugenmerk des Vortrags lag jedoch auf dem Einsatz von KI im täglichen Leben. Als besonderes Beispiel wurde hier der neue Dienst Google Lens vorgestellt. Eingebunden in Apps wie die Kamera App oder Google Assistant, ist Google Lens in der Lage, Bilder in Echtzeit auf relevante Inhalte zu prüfen und diese dem Nutzer live anzuzeigen. In der Präsentation wird gezeigt, wie der Nutzer seine Kamera öffnet und auf ein Restaurant richtet. In Echtzeit werden Informationen, wie Name oder Bewertung aus Google Maps, eingeblendet. Durch das abscannen einer Blume erkennt Google Lens automatisch, um welche Gattung es sich handelt. Auch wenn Google Lens zunächst nur in der Android Kamera sowie dem Google Assistant integriert sind, werden weitere Dienste sicher nicht lange auf sich warten lassen. Ein wichtiger Schritt für die Integrierung von Augmented Reality in den Alltag.

Google Fotos


Auch die Google Foto-App, Androids Standard-App zur Fotoverwaltung, wird mit neuen Features aus dem Bereich Künstliche Intelligenz aufgemotzt. Mit dem Smartphone aufgenommene Bilder werden auf relevante Inhalte analysiert und dem Nutzer aufbereitet. So sollen Fotos noch besser anhand Schlagwörtern wie Urlaub am Strand gesucht werden können.Mittels dem Suggested Sharing können Bilder in Zukunft noch einfacher mit Freunden geteilt werden. Werden in den Fotos von der letzen Feier Freunde erkannt, werden einem diese von der App automatisch vorgeschlagen. Ein weiteres Feature sind die sogenannten Shared Libraries. Man kann beispielsweise zusammen mit seinem Partner einen gemeinsamen Foto-Ordner anlegen. In diese fügt die KI automatisch jene Fotos ein, welche für beide Nutzer relevant sind. Aus der Foto-App heraus, können sich Nutzer künftig Fotobücher erstellen und als Soft- oder Hardcover drucken und zuschicken lassen. Hierfür reicht es, einfach nur eine Serie von Bildern zu markieren. Die Foto-App ermittelt daraufhin eigenständig die am besten geeigneten Bilder und ordnet diese in einem ansprechenden Design in der Buchvorlage an.

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Assistant

 

In Sachen Sprachsteuerung rüstet Google natürlich auch weiterhin auf. Der Google Assistent, Androids hauseigener Sprachassistent, bekommt in der nächsten Zeit so einige Erweiterungen.Vor allem hier lassen sich Googles Pläne zur weiteren Expansion auf dem weltweiten Markt erkennen. So unterstützt der Assistent zunächst einmal eine Reihe neuer Sprachen, alleine 22 Sprachen und Dialekte des indischen Raums.

Des Weiteren wird die Verfügbarkeit des Assistents, welcher momentan nur auf hauseigenen Geräten wie Google Pixel oder Google Home verfügbar ist, enorm ausgeweitet. Neben Android-Geräten von Drittanbietern, kann der Google Assistent nun auch erstmals auf iOS-Geräten, wie dem iPhone oder iPad, installiert werden. Google will den Einsatz des Assistents nicht nur auf den Smartphone-Bereich beschränken. Mit den neu geschaffenen Assistant SDK können nun alle Hersteller von Consumer-Elektronik den Google Assistent in Geräte wie Lautsprecher oder Fernseher integrieren.

Natürlich möchte Google neben der Verbreitung des Assistents auch dessen Usability verbessern. Wem es bislang peinlich war im voll besetzten Raum mit dem Assistant zu sprechen, kann nun auch über die reine Texteingabe mit diesem kommuniziert werden. Eine weitere Form der Interaktion bietet hier die Integration des vorab angekündigten Google Lens. Der Assistent kann so beispielsweise anhand eines Konzert-Plakates, dieses als Termin hinzufügen und sofern verfügbar, sogar Tickets buchen.Worauf wir uns jedoch am meisten freuen, ist die Einführung der Google Actions. Entwickler haben nun erstmals die Möglichkeit, eigene Anwendungen für den Google Assistant zu entwickeln, was uns ermöglicht, von uns entwickelte Dienste den Nutzern per Sprachsteuerung verfügbar zu machen.

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Google Home

 

Das Warten hat ein Ende: ab Sommer diesen Jahres kommt Google Home nun endlich nach Deutschland und dies direkt mit den neu angekündigten Features. Google Home erweitert die Palette der unterstützten Streaming-Dienste, darunter unter anderem Spotify, Soundcloud und Deezer. Die neue Bluetooth-Unterstützung ermöglicht es zudem, Musik direkt von Android-Geräten oder iPhones auf Google Home zu übertragen. Google Home ermöglicht nun auch, dank KI, erstmals die gemeinsame Nutzung im Haushalt. Es erkennt wer genau gerade mit ihm spricht. Somit werden Anrufe oder Aktionen immer über den jeweils eigenen Google-Account durchgeführt.Als Ergänzung zu rein sprachlichen Antworten, kann Google Home jetzt auch Informationen, wie beispielsweise Anfahrten, direkt auf dem Smartphone oder Fernseher darstellen. Somit sollen alle Geräte des Nutzers besser miteinander vernetzt werden.

Android O

 

Mit Android O, der neuesten Betriebssystemversion, setzt Google voll auf die Verbesserung des Android-Systems an sich.Vor allem in puncto Schnelligkeit soll O punkten. Laut Google ist es gelungen, sowohl den Bootvorgang, als auch die Ausführung von Apps bis zu doppelt so schnell zu machen. Und dies alleine durch Optimierungen des Betriebssystems, also ohne weiter Anpassungen auf App-Seite. Um zukünftig sowohl den Akku- ,als auch den Datenverbrauch zu schmälern, werden mit Android O die Hintergrundprozesse angegangen. Nur noch für den Nutzer aktuell relevante Apps sollen resourcenaufwendige Prozesse im Hintergrund ausführen dürfen.

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Im Bereich Sicherheit wurde die App Google Play Protect vorgestellt. Schon jetzt scannt Google täglich über 50 Milliarden Apps auf Malware. Bislang geschah dies jedoch im Hintergrund des Play Stores. Um den Nutzer nun jedoch noch mehr auf die Sicherheits-Features von Android aufmerksam zu machen, kann in Google Play Protect der aktuelle Sicherheitsstatus des Gerätes eingesehen und dieser proaktiv auf Schadsoftware überprüft werden. Mit den neu eingeführten Notification Dots kann der Nutzer, zusätzlich zur Anzeige in der Statusleiste, nun direkt am App-Icon sehen, dass für eine App eine neue Notification bereitstellt wird. Im Kontext-Menü, welches durch langes Drücken auf das App-Icon geöffnet wird, kann diese dann nochmals eingesehen und gegebenenfalls geöffnet werden.

Ebenfalls neu ist die Bild-In-Bild-Funktion. Als Ergänzung zum Splitscreen, können nun Beispielsweise Youtube-Videos im kleinen Fenster frei auf dem Gerät platziert werden, um so zeitgleich eine andere App zu bedienen. Im Beispiel wurde ein Koch-Tutorial geschaut, und währenddessen in der Notiz-App die Einkaufsliste erstellt.Die für uns Entwickler spannendste Neuerung ist die nun offizielle Unterstützung der Programmiersprache Kotlin. Konnte diese bislang nur über Verwendung von entsprechenden Plugins für die App-Entwicklung genutzt werden, wird sie ab Android Studio 3 vollständig in die Android Toolchain integriert. Somit erhält Android, ähnlich wie bei Swift unter iOS, nun endlich seine eigene Programmiersprache.

Android Go

 

Als zumindest persönliche große Überraschung wurde eine gänzlich neue Variante von Android, genannt Android Go, vorgestellt. Android Go hat das Ziel, noch mehr Menschen die Nutzung technisch aktueller Smartphones zu ermöglichen. Jedoch ist dies nicht in allen Ländern ohne weiteres möglich, da entweder der Internetausbau nicht optimal ist, oder aber schlicht die Kaufkraft für ein Heute übliches Flagship-Smartphone fehlt.Daher handelt es sich bei Android Go um eine stark angepasste Variante des aktuellen Androids, aktuell Android O. Der Unterschied liegt hier vor allem darin, dass Android Go auch auf Smartphones mit weniger als 1GB Arbeitsspeicher flüssig läuft. Zudem wird hier, auch durch entsprechende Anpassungen der Google-eigenen Apps wie Youtube, der Datenverbrauch minimiert. Der Nutzer soll nur dann mobiles Datenvolumen, welches in manchen Ländern ein kostbares Gut ist, verbrauchen, wenn dies auch wirklich nötig ist. Unserer Meinung nach ist dies ein wichtiger Schritt in Richtung drei Milliarde Android-Nutzer, da Google auf diese Weise auch Märkte bedienen kann, in welchen andere Hersteller nur schwer Fuß fassen können.

Fazit

 

Es scheint, als ob Google seinen Fokus voll auf sein Softwareangebot, speziell Android als Betriebssystem an sich, gerichtet hat. So hat Google dieses Jahr, im Vergleich zu den vergangenen I/Os, erstaunlich wenig neue Hardware vorgestellt. Auch wenn es zunächst etwas bedauerlich erscheint, dass mit Android O vergleichsweise wenig direkt ersichtliche Features erscheinen, so freut es uns als App-Entwickler sehr, was sich momentan in Sachen Android “unter der Haube” so tut. Wir denken, dass dies den Nutzern und damit natürlich auch unseren Kunden, ein noch besseres App-Erlebnis bieten wird.

 

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Tobias Heinrich, Geschäftsführer

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